Donnerstag, 8. November 2007

The Wave Pictures







David Tattersall, Songwriter, Gitarrist und Sänger der Wave Pictures muss musikalisch ein ähnlich umtriebiger Geist sein wie Darren Hayman (ehemals Hefner und The French). Jedenfalls lassen sich zwischen beiden einige Parallelen ziehen. So zum Beispiel der gewaltige Output an hochklassigen Liedern, die sie ihren jeweiligen Bands auf den Leib schreiben. Doch was im Falle von Hefner auf diversen EPs und größer angelegten Veröffentlichungen von bisherigen Raritäten dokumentiert ist, wird bei den Wave Pictures meist frei im Netz zur Verfügung gestellt. Sowohl die myspace-Seite, als auch die Bandeigene Homepage weisen diesbezüglich immer wieder Neuerungen und Überraschungen auf und sind allerschwerstens zum unregelmäßigen Vorbeischauen empfohlen.
Nun wäre der Vergleich Hayman/Tattersall bis hierhin etwas an den Haaren herbei gezogen, würden musikalisch nicht auch Übereinstimmungen bestehen. Mir kommt jedenfalls des öfteren der Gedanke an mit dem schlechtesten Eqipement ausgestattete Hefner, wenn ich die Wave Pictures höre, es dröhnt und schnurrt also durchaus angenehm nach LoFi. Die Themen sind vorrangig natürlich die Liebe, die Freundschaft und derlei Befindlichkeiten mehr, das ganze jedoch überaus charmant verpackt.
Erwähnenswert ist durchaus auch die enge Freundschaft mit André Herman Düne/Stanley Brinks, die bisher auf beiden Seiten eine selbstvertriebene CoverCD als Hommage bewirkte.
Eine CD ist offiziell veröffentlicht worden, "Sophie" auf Smoking Gun Records (2006), inoffiziell allerdings gefühlte 10 mehr.
Eine 7"-Single soll am 26.11.2007 veröffentlicht werden.


The Wave Pictures - I want you to walk

The Wave Pictures - I leave you for somebody else

Freitag, 2. November 2007

David Thomas Broughton







Für alle Freunde des studiotechnisch aufpolierten Schönklangs muss dieser Herr ein Greuel sein: seine 2005 veröffentlichte Debüt-CD "The Complete Guide To Insufficience" hat der in London lebende Songwriter in einem Rutsch und live in einer Kirche aufgenommen. Das atmosphärische, manchmal etwas rohe dieser Liveaufnahmen bildet dabei einen interessanten Kontrast zu den eher filigran angelegten Liedern.
Die klingen an sich schon ungewöhnlich genug. Schichten um Schichten baut Broughton mit Akustikgitarre und Looper auf, verwendet allerlei Geräusche, Schleifen und dominiert meist erst spät das Geschehen mit seiner dunklen, an Antony Hegarty erinnernden Stimme. Obwohl seine Lieder immer wieder in sich kreisen und in viele Richtungen mäandern, wirkt das Ganze doch nie unbestimmt und willkürlich.
Die Debüt-CD und eine in diesem Jahr veröffentlichte Demosammlung "It's In There Somewhere" sind auf Birdwar erschienen, eine EP "Anchovies" 2005 auf Golden Lab.
Am 05.11. veröffentlicht Birdwar eine Kollaboration "David Thomas Broughton vs 7 Hertz", diese wird leider (vorerst?) nur als UK-Import erhältlich sein.


David Thomas Broughton Myspace


David Thomas Broughton - Ambiguity




Mittwoch, 31. Oktober 2007

Picastro






Picastro hatte ich schon einmal auf dem Zettel. Das war 2003, als die Band ihr Debüt „Red Your Blues“ auf den Markt brachte und von überall her die Cat Power- Referenzen nur so auf sie hernieder fielen. Konnte mich damals irgendwie nicht überzeugen, zu verhuscht, ja, teilweise kraftlos klang mir, was ich hörte.

Diesen September hat die Band nun ihr mittlerweile drittes Album herausgebracht, „Whore Luck“, und wieder auf Polyvinyl Records. Ein Konzertbericht meiner Freundin, die im Moment noch in New York weilt und Picastro als Vorband der hier ja bereits vorgestellten Scout Niblett gesehen hat, brachte mich wieder auf die Spur. Und es lohnt sich definitiv, ein Ohr oder gar mehr zu leihen. Zwar dräut noch immer alles verhalten und mag keinen Ausbruch wagen, nicht einmal darauf zusteuern, doch ist dies einmal angenommen, erstrahlt die Musik in ihrem seltsam schummerigen Licht. Ein Cello sägt vor sich hin, Gitarre und Gesang träumen einen leicht fiebrigen Traum und das Schlagwerk versucht, sie nicht zu wecken. Es ist, als hörte man durch Aquariumglas hindurch, und durch Watte, erste Sonnenstrahlen.

Empfehlenswert ist natürlich die Myspace-Seite, in diesem Fall jedoch auch ein komplett ladbares Konzert in schönem Ambiente.


Picastro - Hortur

Picastro – All Erase (4-Track-Demo)

Dienstag, 30. Oktober 2007

Emmy The Great







Emmy The Great ist schon einmal ein klasse Name, zeugt von Humor, Ironie. Und in der Tat sind die Texte der zwar in Hong Kong geborenen, aber bereits als Kleinkind nach London übersiedelten Emma-Lee Moss in der Gesamtbetrachtung ihres musikalischen Schaffens ganz und gar nicht unwichtig. Ein freches, aber sehr präzise beobachtendes und wiedergebendes Mundwerk besitzt die Dame, das besitzt einigen Charme, da sie nicht rüpelt, sondern sich durchaus zurückhaltend aber bestimmt gibt.
Ihre Musik wird teilweise zum britischen Anti-Folk gezählt, womit man ihr meiner Meinung nach etwas unrecht tut. Die Lockerheit der Ensembles die sie mal hier, mal dort und dann wieder nicht begleiten, der leicht improvisierte Grundton einfach und einfach schön gestrickter Lieder allein macht eben noch kein Anti.
Bisher erschienen sind eine 7" (Secret Circus auf Fear And Records), sowie eine EP ("My Bad" auf Close Harbour). Die neue Single "Gabriel" soll am 19.11.2007 erscheinen und lässt sich bereits auf der Myspace-Seite anhören.
Die Homepage dagegen befindet sich noch etwas in Konstruktion.

Emmy The Great - The Easter Parade (von der My Bad- EP).

Sonntag, 28. Oktober 2007

Wildebeest





Nachdem der Blog eine Woche ruhte, während ich mich ein letztes Mal in die geschäftigen Straßen New Yorks warf, soll es nun, zurück im alten Europa, in konstanteren Abständen weitergehen.Die erste Neuvorstellung vom heimischen Computer aus kommt jedoch auch wieder aus Brooklyn.

Wildebeest ist Matthew Winn. Glaube ich zumindest, denn Informationen über diese New Yorker Band sind rar gesät, so rar, wie ihre Platten im Moment. Den Namen vermute ich auch nur, weil die Band-Myspace-Seite auf eben diesem Namen läuft. Ein Album soll als Vinyl auf Vertical House veröffentlicht werden, eine Kassette mit Homerecordings auf Eternal Tapes. Termine sind noch nicht bekannt.Manchmal ist es aber auch ganz angenehm, gar nicht so viel zu wissen, und einfach die verfügbare Musik für sich sprechen zu lassen. "Burgos Moon" war einmal via Myspace erhältlich und hat mich mit seinen exaltierten, cajungeschwängerten, akkordeonbefeuerten Shouts gleich für sich eingenommen. Dagegen ist "Small Mouth Sounds" ein total kaputter Blues geworden, ebenfalls geshoutet und so wohl nicht jedermanns Sache. Mir imponiert die schwüle Atmosphäre dieser Lieder, die Energie, die eigene Interpretation des Blues.



Wildebeest - Small Mouth Sounds

Wildebeest - Burgos Moon

Sonntag, 21. Oktober 2007

Leyna Noel
New York Special












Im Moment läuft in New York (oder lief bis gestern, genauer gesagt) der CMJ-Music Marathon, das bedeutet, es gibt die Gelegenheit, für günstig Geld und teilweise sogar kostenlos, sehr sehr viele, meist lokale Bands zu bestaunen, da Konzerte meist schon um die Mittagszeit beginnen. Leider war die Breite an Neuentdeckungen bisher recht dünn für mich, dafür lieferten mir bereits bekannte Formationen teils begeisternde Vorstellungen.
Eine dieser Neuentdeckungen, die mich zwar nicht begeisterte, die ich aber im Auge behalten werde, war Leyna Noel. Kurzfristig für den leider nicht auftretenden Jason Anderson eingesprungen, setzte sie sich alleine im geblümten Kleid an ihr Keyboard. Frau am Piano, das kennt man ja mittlerweile zur Genüge. Doch zum Glück ist Leyna Noel gerade dabei, eine durchaus sehr eigene Note zu entwickeln, wie das auf ihrer Myspace-Seite bereitgestellte Elixir beweist. Die beiden anderen Tracks lassen mich gegenüber ihrem Auftritt, wo sie teils wie eine späte Cat Power, die von Regina Spektor begleitet wird, klang, ob ihrer Konventionalität etwas enttäuscht zurück. Ich ärgere mich doch im nachhinein, dass ich aufgrund plötzlicher Knauserigkeit (ich habe schon zu viel Geld für Platten ausgegeben) mir die 10 Dollar für die selbstvertriebene und liebevoll in ein Kissen eingenähte CD sparte, denn sonst könnte ich hier vielleicht doch noch das ein oder andere begeisternde Lied bereitstellen. "Elixir" jedenfalls klingt mir trotz oder gerade wegen der Kürze wie ein zartes Versprechen.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Phosphorescent










Und noch einmal Brooklyn, diesmal jedoch ohne weiblichen Frontgesang, dafür mit ganz viel Bart.
Phosphorescent ist eigentlich nur einer, nämlich Matthew Houck, der sich auf seinen Platten und auch bei seinen Konzerten von einer illustren Schar verschiedenster Musiker unterstützen lässt, so z.B. erst jüngst von Viking Moses, sowie Castanets.
Die beiden eben genannten geben auch einen guten Rahmen ab, was musikalisch zu erwarten ist. Ein zwar durchaus erdiger, an der akustischen Gitarre sich erfreuender Songwritersound, der jedoch fern von Simon&Garfunkel-Seligkeit (oder gar Jack Johnson, ih) nicht nur existentialistische Tiefen streift und aufreisst, sondern auch mit allerlei ungewohnten Spielereien aufwartet. Das geschieht im Falle von Phosphorescent subtiler als bei Castanets, äußerte sich beim 2005er Album "Aw come awry" in der Verbindung seiner Bonnie 'Prince' Billy- Weisen mit TexMex-Sound und Calexico-Anleihen, auf dem in wenigen Tagen auf Dead Oceans erscheinenden "Pride" in einer Hinwendung zum Sakralen.



Myspace

Daytrotter Songs



Phosphorescent - A picture of our torn up praise

Phosphorescent - I am afull grown man (i will lay in the grass all day) (von: Aw come Awry)